HSV Handballer machen Schule

Bereits seit dem Jahr 2002 engagiert sich die Handballabteilung des Hamburger Sport-Vereins in verschiedenen Schulen in den Stadtteilen Wandsbek und Hamm (Grundschule Hasselbrook, HR Griesstraße, Charlotte-Paulsen-Gymnasium), um den Handballsport zu fördern.

Hallenhandball findet in Hamburger Schulen wegen begrenzter Hallensituation und häufig Handball unkundiger Sportlehrerschaft immer weniger statt. Mit dem Start des Handball-Modellprojekts griff der HSV diese Situation auf und verpflichtete mit Hans Riedel einen so genannten „Handball-Lehrer-Trainer“, der die Sportart in das Bewusstsein von Schülern und Lehrern bringen soll und bis zu 10 Stunden wöchentlich im Sportunterricht der drei Schulen unterrichtet. Dabei steht neben dem Lernen von Handballtechniken immer auch die Schulung der betreffenden Sportlehrer im Mittelpunkt. Mittlerweile unterrichten rund ein Dutzend Handball spezifisch ausgebildete Sportlehrerinnen und Sportlehrer unsere Sportart und verbreitern damit die Basis an Handball begeisterten Kindern. Auf diese Art und Weise werden zur Zeit bis zu 400 Kinder im Sportunterricht mit dem Handballsport vertraut gemacht.

Hervorragend ist dabei die Zusammenarbeit mit den drei genannten Schulen. In diversen Kooperationsgruppen „Schule/Verein“ erhalten die vom „Handball-Virus“ infizierten Schüler die Gelegenheit, ihrer Sportart auch am Nachmittag nachzugehen. So betreut der HSV in Kooperation mit den genannten Schulen insgesamt 14 Trainingsgruppen, die im Anschluss an den Unterricht stattfinden.

Koordiniert werden diese Trainingsgruppen ebenfalls durch den am Vormittag tätigen „Handball-Lehrer-Trainer“, der als A-Lizenztrainer ein hochkarätiges Lizenztrainerteam für die trainingspraktische Betreuung der Schüler am Nachmittag zusammengestellt hat. Mit Steffen Liepold (B-Lizenztrainer, Sportstudent), Amen Gafsi (B-Lizenz, tunesischer Nationalspieler) und Robert Schulze, C-Lizenz, Spieler HSV Hamburg) arbeitet ein hoch qualifiziertes Team mit zur Zeit ca. 100 Kindern und Jugendlichen.

Modellartig ist dabei die Vernetzung zwischen Schul- und Vereinsabläufen. So wird beispielsweise an der Schule Hasselbrook für alle Handballkinder von Montag bis Donnerstag ab 12.45 Uhr ein pädagogischer Mittagstisch im eigens eingerichteten Kinderrestaurant angeboten. Bereits hier ist Steffen Liepold anwesend, um direkt im Anschluss auch die obligatorische Hausaufgabenhilfe durchzuführen.

Ab 14.00 Uhr starten dann unsere täglichen Handball-Kooperationsgruppen aus denen sich dann unsere ebenfalls von Steffen Liepold, Amen Gafsi und Robert Schulze betreuten Mini- und D-Jugendteams rekrutieren.

Ähnlich komplex ist die Vernetzung unserer Handballabteilung mit den anderen Partnerschulen.

Auch hier rekrutieren sich die Mitglieder unserer C- und B-Jugendteams nahezu 100%ig aus Schülern der Schule Griesstraße und des Charlotte-Paulsen-Gymnasium. Auch an diesen Schulen dreht sich vieles um den Handball. Mindestens eine Stunde Handball für die Klassenstufen 5-8, zusätzliche Handball-Neigungsgruppen (geleitet durch vom Handball-Lehrer-Trainer ausgebildete ältere Schüler) sowie mehrere Kooperationsgruppen „Schule/HSV“ bilden den Rahmen für die handballerische Ausbildung unserer jugendlichen Ballwerfer.

Neben der Teilnahme an den Punktspielen in den HSV-Teams stehen für die jungen Handballer weitere Handballwettkämpfe auf dem Stundenplan. So haben die drei Schulen auf Initiative des Handball-Lehrer-Trainers mittlerweile ein Netzwerk aus miteinander veranstalteten Klassen- und Schulvergleichsturnieren geknüpft, das auch die beteiligten Schulen im Interesse einer jeweils wachsenden Schülerschaft zu schätzen wissen.Darüber hinaus nehmen die Schulmannschaften dieses Schulverbunds an allen Schulmeisterschaften wie Jugend trainiert für Olympia oder den Sommer- und Nikolausturnieren der Schulbehörde teil. Zu 90% besten diese Schulteams aus jugendlichen HSV-Mitgliedern.

Abschließend sei hier angemerkt, dass die im Jahr 2002 neu gegründete HSV-Jugendhandball-Abteilung (zwischen 1977 und 2002 gab es keine jugendlichen HSV-Handballer) mittlerweile recht stabil arbeitet. Dies ist umso höher zu bewerten, da wir uns insbesondere im Bereich Hamm in einem sozialen Brennpunkt bewegen und der Sport unserer Jugendlichen nur sporadisch von interessierten Eltern unterstützt wird. Vor diesem Hintergrund ist das sehr gute Miteinander und das Überwinden der unterschiedlichen schulischen und sozialen Hintergründe innerhalb unserer Jugendteams schon bemerkenswert. Insbesondere das junge Trainerteam hofft künftig auf bessere Trainingsbedingungen, um noch mehr Potential abrufen zu können und auch spielerische Fortschritte zu erzielen.

Hans Riedel